Bezirksverband der Kleingärtner
Bezirksverband der Kleingärtner Berlin Prenzlauer Berg e.V.
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Geschichte unseres Verbandes

Am 13. Juni 1990 wurde der Bezirksverband der Kleingärtner Berlin Prenzlauer Berg e.V. auf einstimmigen Beschluß der Delegierten aus allen Kleingartenanlagen im Bezirk gegründet. Wiedergegründet ist richtiger, denn bereits im Jahre 1923 ist der Bezirksverband als Interessenvertreter der Kleingärtner in den dichtbesiedelten Arbeiterbezirken Prenzlauer Berg und Friedrichshain als gemeinnütziger Verein gegründet worden.

Dem Bezirksverband gehörten ca. 22 Kleingartenanlagen an. Im Zuge der weiteren Industrialisierung und Entwicklung Berlins mußten viele Anlagen der Errichtung von Gewerbe- und Wohnbauten weichen. Einen besonders großen Einschnitt gab es, als die Kleingärten auf dem heutigen Gebiet des Volksparkes Prenzlauer Berg im 3. Reich für den Bau eines Krankenhauses in Anspruch genommen wurden und die verblieben Reste der Kleingärten in eine Großkolonie Adolf Hitler umgewandelt werden sollten. Schon zu dieser Zeit plante Hitler einen Straßenbau durch die Kleingartenanlagen. Der Bezirksverband wurde gleichgeschaltet und mußte seine Arbeit einstellen. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde dann in seiner Folge das Gelände des heutigen Volksparkes für die Trümmerbeseitigung gebraucht und danach in ein ökologisches Kleinod verwandelt.

Im Bezirksverband waren alle heute noch bestehenden 8 Kleingartenanlagen organisiert. Sie sind zwischen 1896 - Bornholm I und II - und 1908 - Neues Heim - entstanden und waren damals wie heute wichtige Gemeinschaften sozialer Geborgenheit.

Nach dem Krieg hat der Bezirksverband seine Tätigkeit wieder aufgenommen. In der Folge dann im Kreisverband Nord-Ost des VKSK. Der Bezirksverband hat es immer als seine wichtigste Aufgabe angesehen, für den Erhalt der Kleingärten im Prenzlauer Berg zu wirken. Wenngleich heute der Kleingarten nicht mehr ausschließlich den Lebensunterhalt für die Familie mit sichern soll, so ist diese soziale Funktion durch die gesunderhaltende Tätigkeit im Garten in ihrer Bedeutung verstärkt worden. Hinzu kommt die enorme ökologische Bedeutung der Kleingärten gerade im dichtbesiedelten Prenzlauer Berg, sowohl als grüne Lungen aufgrund ihrer konzentrierten Lage wie auch als Nischen für Flora und Fauna.

Was Hitler 1939 nicht gelang und 1984 von uns verhindert wurde, will der Senat nun trotz veränderter Bedingungen und Voraussetzungen verwirklichen - den Straßenbau durch das im gemeinsamen Landesentwicklungsplan mit Brandenburg als übergeordnete Grünverbindung mit besonderem Schutzanspruch ausgewiesene Gebiet der Kleingartenanlagen zwischen Jüdischem Friedhof und Volkspark Prenzlauer Berg. Diesen ökologischen Frevel gilt es zu verhindern und deshalb muß der FNP geändert werden. Es entbehrt weder der Ironie noch der Komik, wenn der Senator für Umweltschutz einerseits einen autofreien Tag in Berlin zum Schutz der Umwelt für geboten hält und andererseits an verkehrspolitisch unnützen Straßenbauprojekten, die zur Umweltvernichtung führen, festhält.

Unser Bezirksverband hat in den zurückliegenden Jahren eine erfolgreiche Arbeit geleistet. Dabei haben wir es als grundlegendes Prinzip betrachtet, eng mit den Parteien und gesellschaftlichen Kräften, vorallem jedoch mit dem Bezirksamt und der Bezirksverordneten -versammlung und den in ihr bestehenden Fraktionen zusammenzuarbeiten.

Das gilt in Sonderheit für das Zusammenwirken mit dem Naturschutz- und Grünflächenamt, die immer eine Sache von Geben und Nehmen im Interesse der Kleingärtner und aller Bürger war und ist. So ist der Nutzen der kleingärtnerischen Tätigkeit für die Belange der kommunal -politischen Aufgaben und die öffentliche Hand nicht zu übersehen. Dabei sind unsere Kleingartenanlagen nicht nur Refugien sozialen Friedens und Geborgenheit, Orte kostenloser Pflege öffentlichen Grüns, sondern gleichzeitig Stätten der Begegnung und Kommunikation wie auch Erholungsgebiete für die Besucher. Gleichsam sind sie durch ihre vielfältigen Aktivitäten wie Sommer- und Kinderfeste und andere Großveranstaltungen wie die schon traditionellen Drachenfeste auf dem Volkspark, oder die Veranstaltungen im Spartenheim "Zur Laube" in der Kleingartenanlage Am Volkspark Prenzlauer Berg oder in der "Bauernstube" der Kleingartenanlage Bornholm I, wichtige Zentren volkstümlicher kultureller Erlebnisbereiche.

Zur Erfüllung unseres Satzungsauftrages haben wir es immer als eine vordringliche Aufgabe angesehen, zur Erhaltung der Kleingartenanlagen und der dafür notwendigen Ausgestaltung und Erhaltung der Rechtgrundlagen des Kleingartenwesens mit anderen Verbänden, Organisationen und Behörden zusammenzuarbeiten.

Diesem Anliegen entspricht unser Motto: 23 Jahre Bezirksverband der Kleingärtner Berlin Prenzlauer Berg e.V. - traditionsverpflichtet - gegenwartsnah - zukunftsorientiert